Ladbergen damals und heute

Wo heute Kiefernwald steht, lag einmal offene Heide. Beim Scrollen zeigt die Karte, wie es damals aussah — und wie heute.

Wald und Heide

Heute (Luftbild)

Rund jeder sechste Hektar in Ladbergen ist heute Wald: 906 ha, 17,3 % der Gemeindefläche.

Um 1840 (Uraufnahme)

Um 1840 waren es 302 ha, 5,8 %: kleine Gehölze an Höfen und Bächen. Wo heute Wald steht, lag meist offenes Land.

Wald um 1840, aus der Uraufnahme abgeleitet (LANUV)

Um 1840 (Uraufnahme) · Der Sand

Nordöstlich des Dorfes zeigt die Karte „Der Sand“: Dünen, Heide und kleine Kolke, keine Parzellen, kaum ein Baum. Laut einer Chronik der Familienforschung Tecklenburger Land wurde der Ladberger Sand 1831 als Mark geteilt.

Heide „Der Sand“ um 1840, nachgezeichnet, ungefähr. Platzhalter, die Fläche ist noch grob geschätzt

Um 1895 (Neuaufnahme) · Der Sand

Gut fünfzig Jahre später zeigt die Karte auf dem Sand fast überall Nadelwald. Die Dünen sind noch zu erkennen.

Nadelwald auf dem Sand um 1895, nachgezeichnet, ungefähr. Platzhalter, die Fläche ist noch grob geschätzt

Heute (Luftbild) · Lönsheide

Heute steht hier Kiefernwald, ein Erholungsgebiet. Am Rand liegt das Naturschutzgebiet „Im Tannenkamp“ mit den letzten Resten von Heide und Sandmagerrasen.

Der Boden erinnert sich noch an die Heide: In weiten Teilen der Gemeinde liegt Podsol, der typische Boden unter Heide auf Sand. Davon erzählt später ein eigenes Kapitel.

Der Sand um 1840 in der Uraufnahme: Dünen, Heide und kleine Kolke, kaum ein Baum.

Um 1840 (Uraufnahme)

Derselbe Ausschnitt heute im Luftbild: zum größten Teil Wald, dazwischen Felder.

Heute (Luftbild)

Der Sand, damals und heute. Karten: Geobasis NRW, dl-de/zero-2-0

Vom Kirchdorf zum Siedlungsband

Um 1840 (Uraufnahme) · Ortskern

Um 1840 ist Ladbergen ein kleines Kirchdorf am Mühlenbach. Die Wege laufen sternförmig zusammen, aus Richtung Lengerich, Greven, Saerbeck und Kattenvenne; die Höfe der Bauerschaften liegen verstreut im Land ringsum. Die Kirche auf der Karte ist noch die alte. Laut dem Grabungsbericht der Gemeinde wurde sie 1854/55 abgerissen, der Neubau entstand 150 m weiter nördlich.

Ortslage um 1840, nachgezeichnet, ungefähr. Platzhalter, die Fläche ist noch grob geschätzt

Um 1895 (Neuaufnahme) · Ortskern

Gut fünfzig Jahre später steht die neue Kirche, laut Ortschronik 1856 geweiht, den Turm bekam sie erst 1892. Gewachsen ist Ladbergen in dieser Zeit nicht: Viele zogen nach Amerika, laut Gemeinde lebten 1871 weniger Menschen hier als 1831.

Ortslage um 1895, nachgezeichnet, ungefähr. Platzhalter, die Fläche ist noch grob geschätzt

1960 (Luftbild) · Ortskern

Das Luftbild von 1960 zeigt das Dorf kurz vor dem großen Umbau. Der Durchgangsverkehr läuft seit 1937/38 über eine Umgehungsstraße, vorher ging er laut Heimatverein über die enge Mühlenbachbrücke. In den 1960er-Jahren folgen die Dorfsanierung mit Abrissen, etwa beim Neubau der Mühlenstraße 1961, und die ersten Baugebiete.

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 1960er

Wo die Gemeinde neu bauen lässt, legt sie es in Bebauungsplänen fest. Die Karte zeigt jeden Plan, der heute gilt, in dem Jahrzehnt, in dem er rechtskräftig wurde. Ältere Siedlungen ohne Plan fehlen.

1960er: 2 Pläne, 32 ha. Mit der Ortslage und dem Sandtoschlag am Ortskern werden die ersten Baugebiete beplant.

Rechtskräftig in den 1960ern

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 1970er

1970er: 8 Pläne, 92 ha. Das meiste kommt in diesem Jahrzehnt dazu: Wohngebiete wie die Gausebreede, das Gewerbegebiet Ost und Erholungsgebiete am Waldsee und an der Buddenkuhle.

Rechtskräftig in den 1960ern

Rechtskräftig in den 1970ern

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 1980er

1980er: 4 Pläne, 52 ha. Den größten Teil nimmt das Industriegebiet am neuen Hafen des Dortmund-Ems-Kanals ein. Dazu kommt das Erholungsgebiet Lönsheide.

Rechtskräftig in den 1960ern

Rechtskräftig in den 1970ern

Rechtskräftig in den 1980ern

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 1990er

1990er: 6 Pläne, 30 ha. Neue Wohngebiete am Ortsrand und eine Erweiterung des Industriegebiets am Hafen.

Rechtskräftig in den 1960ern

Rechtskräftig in den 1970ern

Rechtskräftig in den 1980ern

Rechtskräftig in den 1990ern

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 2000er

2000er: 11 Pläne, 50 ha. Mehr Pläne als in jedem Jahrzehnt zuvor, aber kleinere Gebiete: Wohnen, ein Gewerbepark am Hafen, eine Reitsportanlage.

Rechtskräftig in den 1960ern

Rechtskräftig in den 1970ern

Rechtskräftig in den 1980ern

Rechtskräftig in den 1990ern

Rechtskräftig in den 2000ern

Heute (Luftbild) · Bebauungspläne der 2010er

2010er: 3 Pläne, 7 ha. Nur noch wenige, kleine Wohngebiete.

Zusammen gelten heute 34 Bebauungspläne auf 262 ha. Aus dem Kirchdorf am Mühlenbach ist ein Siedlungsband geworden, vom Ortskern bis zum Hafen am Kanal.

Rechtskräftig in den 1960ern

Rechtskräftig in den 1970ern

Rechtskräftig in den 1980ern

Rechtskräftig in den 1990ern

Rechtskräftig in den 2000ern

Rechtskräftig in den 2010ern

Der Ortskern um 1840 in der Uraufnahme: ein kleines Kirchdorf am Mühlenbach, ringsum Felder, Wiesen und Gehölze.

Um 1840 (Uraufnahme)

Derselbe Ausschnitt heute im Luftbild: dicht bebaut bis an den Bildrand.

Heute (Luftbild)

Der Ortskern, damals und heute. Karten: Geobasis NRW, dl-de/zero-2-0

Quellen und Methode

Alle Karten und Luftbilder stammen von Geobasis NRW: die Preußische Uraufnahme (in Westfalen 1836–1842 aufgenommen, hier „um 1840“), die Preußische Neuaufnahme („um 1895“), das historische Luftbild von 1960 und das heutige Luftbild. Sie stehen unter der Datenlizenz Deutschland – Zero – Version 2.0 (dl-de/zero-2-0), bis auf das Luftbild von 1960: Es steht unter der Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 (dl-de/by-2-0), mit dem Vermerk „Geobasis NRW, Hansa Luftbild AG, Landesarchiv NRW, RW 0230“.

Die Gemeindegrenze ist die heutige, aus den Verwaltungsgrenzen von Geobasis NRW (dl-de/zero-2-0). Für die alten Karten gilt sie nur ungefähr: Laut Gemeinde gingen um 1400 westliche Teile an Münster, 1975 kamen kleine Gebiete von Saerbeck und Greven hinzu.

Der Wald um 1840 ist eine abgeleitete Fläche: aus dem Datensatz „Waldflächen in NRW während der Preußischen Uraufnahme“ des LANUV NRW (dl-de/zero-2-0), zugeschnitten auf die heutige Gemeindegrenze. Die Fläche im Text ist aus diesen Umrissen berechnet. Der Wald heute stammt aus dem Kommunalprofil Ladbergen von IT.NRW, Stand 31. Dezember 2024.

Die Bebauungspläne stammen aus der Bebauungsplanübersicht der Gemeinde Ladbergen, Lizenz Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0 (dl-de/by-2-0). Sie enthält nur die heute rechtskräftigen Pläne, ohne Änderungen; ein Plan zählt zum Jahrzehnt seiner Rechtskraft. Die Flächen sind aus den Umrissen berechnet.

Was der Text über den Boden sagt, stammt aus einer Stichprobe in der Bodenkarte 1:50.000 des Geologischen Dienstes NRW (dl-de/by-2-0).

Die Heide, der Nadelwald auf dem Sand um 1895 und die Ortslage sind nachgezeichnete Flächen: von Hand über der Uraufnahme oder der Neuaufnahme umrissen, deshalb nur ungefähr. Einige sind noch Platzhalter, grob geschätzt; die Legende sagt das.

Die Texte hat eine KI aus einer Recherche in den genannten und weiteren Quellen entworfen, ein Mensch hat sie geprüft. Was nur aus einer Sekundärquelle stammt, steht mit „laut …“ da. Hofnamen und einzelne Hofstellen nennt die Seite nicht, zum Schutz von Bodendenkmälern vor Raubgräbern.